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Äthyltoxische Leberzirrhose: Erfolgreiche Behandlung mit einem neuartigen autologen Leberzellimplantat Äthyltoxisch bedingte Leberzirrhose ist eine der häufigsten Lebererkrankungen und im fortgeschrittenen Stadium irreversibel. Bei ca. 60 % aller Lebertransplantationen liegt eine Zirrhose vor, jedoch haben in Deutschland Alkoholiker nur beschränkt Anspruch auf eine Transplantation. Sie erscheinen in der Regel nicht auf den Transplantationslisten, die mehr als fünffach überzeichnet sind. Somit ist die Prognose dieser Patienten äußerst schlecht, eine entsprechende Therapie zu bekommen. Mehrere Systeme werden derzeit entwickelt, um die kranke zirrhotische Leber entweder zu ersetzen oder sie in ihrer Funktion entscheidend zu unterstützen. Dabei liegen die Ansätze derzeit meist auf extrakorporalen Ansätzen, die entweder eine leberähnliche Funktion imitieren, wobei das Blut von den giftigen Metaboliten gereinigt wird (die sog. MARS-Therapie) oder das Blut wird an Zellkonstrukten (bisher aus Schweinelebern) vorbeigeleitet, um die Entgiftung mit diesen allerdings fremden Leberzellen zu bewerkstelligen. Beide Verfahren sind entweder nur kurzfristig einsetzbar (MARS- Therapie ca. 4 Wochen) oder bisher erfolglos geblieben, da z.B. schwerwiegende Komplikationen im Kreislauf des Patienten durch die Schweinezellen herbeigeführt wurden. Andere zelltherapeutische Ansätze, wie direktes Einspritzen von Leberzellen von Spendern in die Leber von Patienten könnte in der Zukunft eine Hilfe werden, ist derzeit jedoch noch nicht ausreichend am Patienten erprobt. Unser Ansatz in Zusammenarbeit mit der HAC GmbH in München geht von einer neuartigen Strategie aus: Vitale Leberzellen aus einem Leberexzidat des Patienten, die in einem standardisierten Verfahren gewonnen wurden, werden auf eine neuartige Biomatrix gebracht, die hoch porös ist und aus einem biologisch abbaubaren Material (Poly-L-Lactid) besteht. 20 dieser mit insgesamt ca. 2-5 x 10 7 Zellen beladenen Matrices werden nun in vorpräparierte Taschen zwischen Mesothel und Fettgewebe des Dünndarmmesenteriums an etwa 8 – 10 Stellen eingelegt und die Bauchdecke sowie die Haut werden anschließend verschlossen. Die Entlassung der Patienten ist nach dem Hepatozytentransfer schon in der Regel am vierten postoperativen Tag möglich. Die klinischen Resultate sind eindeutig: 90 % der Patienten haben sich innerhalb von 6 Monaten hinsichtlich der Child-Klassifikation klinisch gebessert. Bei mehr als 80 % der Patienten mit Aszites war dieser nicht mehr nachweisbar. Bei vielen der Patienten mit Juckreiz ist der Juckreiz nach der Hepatozytenimplantation verschwunden. Patienten, welche inital auf der Warteliste zur Transplantation standen, mussten im weiteren Verlauf sich keiner Transplantation mehr unterziehen. Auch die Laborwerte zeigten, dass die implantierten Hepatozyten ihre Funktion erfüllten: Cholinesterase, Albumin, Protein und der PTT- Wert stiegen innerhalb von 6 Monaten signifikant an, während GOT, GPT, gamma-GT, LDH, der Quickwert und Bilirubin signifikant abnahmen. Die Vorteile der neuartigen Therapie liegen auf der Hand: Keine Immunsuppression nach der Behandlung, da nur eigene vitale Zellen implantiert wurden. Ferner ist das Verfahren risikoarm und um Größenordnungen kostengünstiger als eine Transplantation, die durch eine rechtzeitige Behandlung nach dieser Therapie überhaupt nicht in Betracht gezogen werden muss. Ferner sind die Kosten für diese Therapie sehr viel günstiger als bei einer Transplantation, so dass diese Therapie für die durch Alkohol bedingte Zirrhose derzeit der einzige wirkungsvolle Therapieansatz ist. Andere Felder der Leberzirrhose könnten mit diesem Ansatz prinzipiell ebenfalls behandelt werden, ebenso Hepatompatienten, solange die Leber noch nicht vollständig metastasiert ist.
Prof. Dr. Toni Lindl, Institut für angewandte Zellkultur (I-A-Z), München |
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